Bäckerbreitergang 75
20355 Hamburg 

opening hours: by appointment

 

Recently on Twitter

15.01. - 12.02.2012, KUNSTVEREIN BUCHHOLZ:

THE ALEX DIAMOND MINING COMPANY
YOU CAN HAVE YOUR CAKE BUT YOU CAN'T TOUCH THE ICING

Vernissage: Sunday, Jan 15, 2012, 11 A.M.
Exhibition from Jan 15 - Feb 12
open Tuesday - Friday 4 - 6 pm, Saturday & Sunday 11 am - 5 pm  
www.kunstverein-buchholz.de 

available artwork | images from the exhibition
 

On January 15, 2012, one of our key artist projects of the past years will open a solo show at the renowned Kunstverein Buchholz. The award-winning Kunstverein Buchholz has a very high reputation within in the german institutional art scene, and amongst the more recent artists they have shown are the likes of BOXIBrad Downey and Till Gerhard, who we all admire very much at heliumcowboy. 

This is a very great honour in appreciation of an unusual artistic career that hasn't been at all to german standards, with no academical background (or any other documented education than life itself, for that matter) but an impressive exhibition listing from arts shows and galleries around the globe and a fast growing, large international fan and collectors base since its inaugurational show in 2004. 

At the kunstverein, The Alex Diamond Mining Company will set up a large installation of a wood printing-workshop, and during the vernissage the crew will print a special edition live. New works are currently under production in the studio, including a massive and large 210 x 220 cm piece that combines the techniques of wood work, painting with cans and brushes, photography and collage and wood carving. This work also gave the title to the show. "You can have your cake, but you can't touch the icing" is a line from the song '1999' by Cecil Otter.  

There will be a book-release coinciding with the exhibition, covering Alex Diamond's wood works since 2010. The book will be art directed and published by Verlag GUDBERG, and is due to be released January 15.

More detailed information coming soon. For the time being, we've posted all the information in german only below.

LINKS:

Artist website 
Documentation of the creation of the central artwork
Alex Diamond on facebook 

 

ALEX DIAMOND ZU GAST IM KUNSTVEREIN BUCHHOLZ 

Von Judith Waldmann

‚I am Alex Diamond’, lautet der Schriftzug einer limitierten T-Shirt Edition, die von zahlreichen Besuchern der Eröffnung von ‚Being Alex Diamond’ im Oktober 2009 getragen wurde. Eine Aktion, die für Verwirrung sorgte und gleichzeitig das komplexe, schwer zu greifende Phänomen Alex Diamond pointiert zum Ausdruck brachte.

Milady Godiva, Spain (click image to see more photos over at alexdiamond.net)

Seit 2004 überrascht die Kunstfigur Alex Diamond immer wieder mit außergewöhnlichen Aktionen, Performances und Kunstwerken, die verschiedenste künstlerische Techniken integrieren und deren gestalterische Möglichkeiten innovativ ausloten. Sein umfangreiches Oeuvre umfasst sowohl fotografische Serien, Collagen und Holzschnitte, als auch die klassischen Gattungen Installation und Malerei. Doch wer verbirgt sich hinter diesem vielseitigen Corpus künstlerischen Schaffens? An welchen biographischen Informationen kann sich der Betrachter orientieren und diese gegebenenfalls zur Interpretation der Werke heranziehen?  

Diese sich unweigerlich stellenden Fragen sind bewusst reflektierter Bestandteil des konzeptionellen Gesamtkunstwerkes Alex Diamond, dessen Identität dem Rezipienten gezielt verborgen bleibt. Ein raffinierter Kunstgriff, der die gängigen Vermarktungsstrategien des heutigen Kunstmarktes unterläuft und damit einhergehend die Stilisierung und Auratisierung von Künstlerpersönlichkeiten kritisch hinterfragt. Tradierte abendländische Künstlermythen und die extensiv ausgelebte Celebrity-Kultur zum Beispiel eines Jeff Koons’ oder eines Damien Hirsts werden in Frage gestellt. 

Die Kunst allein, und nicht das Leben der Person dahinter, soll Gegenstand der Auseinandersetzung sein, ohne dem Rezipienten die Möglichkeit zu eröffnen den Umweg über biographische Eckdaten einschlagen zu können. Doch Alex Diamond verweigert nicht nur den Zugriff auf seine Vita, er treibt die Diskussion über den Mythos der Künstlerpersönlichkeit noch einen Schritt weiter; ein Unterfangen, das mit der Werkserie ‚Being Alex Diamond’ einen ersten Höhepunkt erfuhr. 

‘Flow, Return, Continue (Alex Diamond unmasked #1)’, 70 x 100 cm, 2011 (click image to enlarge)Mehrere Personen verschiedenen Geschlechtes wurden Ende 2009 - ihr Gesicht hinter einer ‚Diamond-Maske’ verbergend – in variierenden Situationen fotografiert. Jeder konnte theoretisch in die Rolle des Alex Diamond schlüpfen, so wie jedermann in dem legendären Spielfilm ‚Being John Malkovich’ für 15 Minuten in das Gehirn des berühmten Schauspielers eintauchen konnte. 

In seiner neuen Arbeit ‘Flow, Return, Continue (Alex Diamond unmasked #1)’ nimmt Alex Diamond Bezug auf die vorausgegangene Serie ‚Being Alex Diamond’. Die Maske fällt – die Frage nach der Identität Diamonds bleibt jedoch weiter offen. Das demaskierte Gesicht, bietet dem Suchenden keine Lösung des Rätsels, sondern fügt sich als weiterer, narrativer Mosaikstein in die fiktive Gestalt des Kunstprojekts Alex Diamond ein.    

Die jüngst gegründete ‚THE ALEX DIAMOND MINING COMPANY’ vollzieht den - letzten Endes konsequenten - Schritt, der fiktiven Einzelperson Alex Diamond eine ‚Factory’ an die Hand zu geben. So wie sich Andy Warhol 1963 provokant in einem Interview äußerte: „Ich finde, irgendjemand sollte in der Lage sein, all meine Bilder für mich zu malen. […] Das wäre doch toll, wenn mehr Leute mit Siebdruck arbeiten würden, und niemand wüsste mehr, ob das Bild von mir ist oder von jemand anderem“, will auch die ‚ THE ALEX DIAMOND MINING COMPANY’ das Konzept des genialistischen Kunstschöpfers zur Diskussion stellen.

 

 

Über die Ausstellung

Im Kunstverein Buchholz wird neben einer Auswahl der Holzschnitte von Alex Diamond auch eine neue, großformatige (210 x 220 cm) Arbeit gezeigt, die die Medien Fotografie/Collage, Graffiti, Acrylmalerei und Holzschnitt verbindet. Diese Arbeit gibt der Ausstellung auch ihren Titel: „You can have your cake, but you can‘t touch the icing“ ist ein Zitat aus dem Text des Liedes „1999“ des Undergroud-Hip Hop-Künstlers Cecil Otter.  

Als Haupttechnik der Arbeiten steht das aufwendige Verfahren des Holzschnitts im Mittelpunkt. Dabei werden zumeist auf Holzkörper übertragene Zeichnungen aus dem im ersten Schritt mit Acryl bemalten Material herausgeschnitzt, aber auch der historische Holzdruck als streng limitierter Handabzug findet Anwendung. Orientiert an den Werken japanischer Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts, werden Bezüge dieser Arbeiten in die heutige Zeit übertragen: Handwerk, Tradition, Nomadentum, Urbanität, Industrialisierung ... 

So wird eine große Themen- und Sujet-Vielfalt ermöglicht, deren Anwendung und Umsetzung den Kunstverein Buchholz über die Holzarbeiten hinaus installativ einnimmt, denn in diesem Rahmen wird auch THE ALEX DIAMOND MINING COMPANY als Leitmotiv in großer Bandbreite inhaltlich und assoziativ umgesetzt. 

Ein Aspekt davon, der in starkem Kontrast zu den historischen Bezügen der Arbeiten steht, jedoch als stringente Fortsetzung des bisherigen Ansatzes der Verweigerung eines individuellen "Künstler-Egos" zu verstehen ist, ist der Umgang mit dem Thema Branding und Markenentwicklung, das sich sowohl in der stilistischen und farblichen Strenge des Werkes als auch in der steten Wiederholung und der Penetrierung von Logo und Name in Werk, Editionen, Multiples und (allein zum Zwecke der Inszenierung produziertem) Merchandise stattfindet (thematisiert und visuell umgesetzt im Kurzfilm TRESPASS, 2011 - siehe links).

Als Installation errichtet THE ALEX DIAMOND MINING COMPANY zudem eine Druckwerkstatt, in der während der Eröffnung von Mitarbeitern der Mining Company live gedruckt wird. Der eigens für diese Installation gebaute Drucktisch ist aus Restholz und alten Möbeln konstruiert, wie auch der Hintergrund des gesamten Objektes, das - wie so viele installative Arbeiten von Alex Diamond - in einem Berg aus Rindenmulch steht.

 

KUNSTVEREIN BUCHHOLZ

“Most art says nothing to most people”; diese provokante These des Künstlers Heath Bunting hat sich der 2001 gegründete Kunstverein Buchholz auf die Fahnen geschrieben. Freilich mit einer gewissen Selbstironie. Denn der Kunstverein sieht seinen Auftrag durchaus darin, das Gegenteil unter Beweis zu stellen: er will die Menschen an die Kunst heranführen und Begeisterung wecken. Die Kommunikation soll unter den Mitgliedern und Besuchern angeregt werden. Mithin ist es das Anliegen des Vereins, einen inhaltlich diskursiven, einen lebendigen und vitalen Ort zu schaffen.

Das Ausstellungsprogramm präsentiert in erster Linie überregionale, künstlerische Positionen, die auf unterschiedliche Weise in einem deutlichen und somit verbindlichen Verhältnis zu ihrer Zeit und einem sowohl persönlich reflektierten wie auch soziokulturellen Umfeld arbeiten.
Auch die regionale Kunst- und Kulturszene zeugt von großem künstlerischen Potential; ihr wird einmal jährlich ein Forum geboten.

Der Kunstverein Buchholz sieht die Vermittlung als wichtige Aufgabe an. Neben den Ausstellungen tragen Gesprächskreise, Vorträge und Exkursionen zu Akzeptanz und Offenheit gegenüber – auch ungewöhnlichen – künstlerischen Ausdrucksformen bei.

Nicht zuletzt die vielfältigen Aktivitäten des Kunstvereins, wie z.B. die Gründung der Initiative „Literatur in Buchholz“ sowie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturinitiativen leisten einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Identitätsfindung der Stadt Buchholz.