
Kunstvoll
Inzwischen eröffnen immer mehr neue Galerien, die junge Künstler, aber auch Designer, Illustratoren und Fotografen zeigen und damit die Avantgarde unseres zeitgenössischen Lifestyles reflektieren.
Ein Forum und Inspirationspool für viele Werber und Gestalter
Graffiti und Street Art, Vjing, Lowbrow und andere junge Genres sind längst nicht mehr nur subversive Formen des visuellen Protests oder freakige Spielereien in Clubs und auf Partys. Sie haben eine ganze Generation geprägt, die inzwischen zu anerkannten Künstlern, Mediengestaltern und anderen Kreativen herangewachsen ist. Sowohl von der Grenzüberschreitung der diversen Genres als auch vom internationalen Austausch innerhalb der Szene geprägt, hat sich daraus eine neue Kunstrichtung entwickelt, die lange Zeit nur im öffentlichen Raum oder in kleinen Off-Spaces ausstellen konnte. Doch in den vergangenen Jahren haben sich etliche junge Galerien gegründet, die dieser neuen Kunstszene einen Rahmen geben.
Ihr Kennzeichen ist stets der Mut zu Neuem - das zeigt sich sowohl an der Künstlerauswahl als auch an den Ausstellungen, die nicht selten verschiedenste Kunst- und Designgenres mit Illustrationen, Comics oder Fotografie kombinieren. Aber auch die Konzeption der Galerien an sich geht in vielen Fällen neue Wege: Einige sind Teil einer Agentur, andere dienen zugleich als Veranstaltungsraum. Manche werden professionell und hauptberuflich geführt, andere entstehen allein aus der leidenschaft ihrer Gründer heraus und werden neben dem Brot job betrieben. In jedem Fall sind sie aber eines: eine Inspirationsquelle für Werber, Designer, Illustratoren und Fotografen - kurz für alle, die sich mit der visuellen Avantgarde unserer Zeit auseinandersetzen wollen. ik
Lückenschließer: heliumcowboy artspace
Graffiti hat schon seit einigen Jahren den Weg in Galerien und Museen geschafft."Da etabliert sich eine neue und junge Ästhetik, die unabhängig vom Kunstmarkt funktioniert", lautet die Einschätzung von Jörg Heikhaus, seines Zeichens Gründer der Hamburger Galerie heliumcowboy artspace. Als er vor vier Jahren eröffnete, gab es in Hamburg kaum Alternativen in der professionellen Galerienszene; Es gab entweder die etablierten, traditionellen Kunstgalerien oder Off-Spaces.
Jörg Heikhaus will mit seiner kommerziell geführten Galerie nun diese Lücke weiter schließen, durchschnittlich veranstaltet er pro Jahr neun Ausstellungen in den Räumen in St. Pauli. Die Galerie vertritt Künstler wie Boris Hoppek, Neasden Control Centre oder FriendsWithYou.
Mittlerweile kann sich Jörg Heikhaus auch über internationalen Erfolg freuen: Letztes Jahr wurde er zur renommierten Messe scope Miami eingeladen und gleich im Anschluss auf die scope New York und Basel sowie die SWAB in Barcelona. Sein Auswahlkriterium: "Künstler, die etwas zu erzählen haben", erklärt Heikhaus.


